Unterrichtskonzepte – eigenaktiv, selbstgesteuert, Hilfe zur Selbstständigkeit

  • Tägliche „freie Lernzeit“
  • Flexible Lernumgebungen
  • Wechselnde Sozial-und Arbeitsformen – klassen-, jahrgangs- und schulstufenübergreifend
  • Transparente Leistungsdokumentation
  • Integration von Helfer-und Unterstützersystemen

Die Sichtweise „jeder ist anders anders“  korrespondiert ganz natürlich mit unserem Ansatz von individuellem Lernen mit dem Fokus auf Eigenaktivität. Mit vielfältigen Ideen und Vorgehensweisen versuchen wir unsere Schüler zu eigenaktivem Lernen zu ermutigen und mit dem notwendigen Rüstzeug dafür auszustatten.

In der täglichen freien Lernzeit dürfen sie sich im Schulhaus frei bewegen und die benötigten Räume benutzen. Dabei lernen sie gemeinsam in den Klassenzimmern, auf den Fluren, in den Sitzfenstern der Klassenräume, in der Aula oder in den zwei  vernetzten, internetfähigen Computerräumen.

Sie agieren in einer ansprechenden, motivierenden und flexiblen Lernumgebung in höchst heterogenen Gruppen, nicht nur klassen- oder jahrgangsübergreifend, sondern auch schulstufenübergreifend. Wir gehen in der freien Lernzeit mit digitalen Arbeitsplänen und Vorgaben neue Wege im Sinne von Nachhaltigkeit und Effektivität. Wir steigern in der Phase der Reflexion  die Anschaulichkeit durch eine für alle Schüler transparente Dokumentation ihres Leistungsstands über aussagekräftige Säulendiagramme.

Sind sich die Schüler in einem Lernbereich sicher, so können sie – vor allem in der Mittelschule – zunehmend mehr den Zeitpunkt (und in einigen Fächern sogar den Inhalt) ihrer Leistungsabfrage  selbst wählen.

Im Fach Musik beispielsweise werden nach einem Kompetenzfahrplan Themenbereiche eigenständig erarbeitet. Während Lisa sich  für den Bereich „Notennamen“ entscheidet, wählt Stefan „Tempo und Lautstärke“. Beide beschäftigen sich mit den Aufgaben in ihrer eigenen Geschwindigkeit. Zur Prüfung melden sie sich an, wenn sie sich sicher fühlen. So wird man dem individuellen, unterschiedlichen Lernstand  gerecht: Wer die Notennamen schon aus dem privaten Gitarrenunterricht kennt, kann die Prüfung schneller ablegen. Organisatorisch ist auch dieser Bereich schnell zugänglich und gut überschaubar im Aufgabenplan für die freie Lernzeit (SMART Notebook Datei) abgelegt. (s. Anhang – freie_Lernzeit_1629 als PDF)

 

Ergänzend integrieren wir Helfer-und Unterstützersysteme von Mittelschülern oder Eltern in unsere tägliche Arbeit und halten so die Schüler beständig und planvoll zur Reflexion ihrer Lernentwicklung an.

Die Unterstützung durch die Mittelschüler im Lernen der Grundschüler ist für beiden Seiten gewinnbringend. Die Lernhelfer reflektieren metakognitiv den Prozess des Lernens. Ebenso bauen sie ihre Sozialkompetenz aus und trainieren diese. Die Anforderungen an einen Lernhelfer hierbei sind vielfältig: Der adäquate Umgang mit dem PC wird vorausgesetzt, das Abspeichern im Dateiensystem ist erforderlich, eine passgenaue Hilfestellung bei der Freinet-Druckerei wird gewährleistet, Arbeitsergebnisse werden ausgewertet, altersgerechte Formulierungen der Arbeitsaufträge werden verbalisiert und reibungslose Abläufe organisiert. Für die Mittelschüler hat die Rolle als Lernhelfer einen hohen Stellenwert und wird somit auch verantwortungsbewusst ausgeführt. Der Rollenwechsel von Schüler zu Lernhelfer (s. Anhang) gelingt harmonisch und pflichtbewusst.

Einen bedeutenden Rahmen für die freie Lernzeit bietet unser IT Verwaltungs-und Steuerungssystem SKOOL Control, das für alle User eine einheitliche, überschaubare aber auch individuell leicht anpassbare Rechneroberfläche differenziert und individualisiert. Ein optimales Leistungsniveau jedes einzelnen Schülers lässt sich hiermit einrichten.

Ein weiteres Unterstützersystem an der GMS Thalmässing sind unsere „Pausenchecker“. Je zwei Mittelschüler aus den Klassen 5-9, leisten hierbei in den Pausen freiwillige Hilfe. Gekennzeichnet mit einem gelben Armband, stehen sie sowohl Grund- als auch Mittelschülern als Ansprechpartner zur Seite. Sie helfen, schlichten, geben Rat und hören zu. Vielfältige Hilfen werden erbracht: Ob beispielsweise Schuhe bei einem Sechstklässler mit Down-Syndrom gebunden werden, bei kleineren Meinungsverschiedenheiten geholfen wird oder der „immens wichtige Kühlbeutel“ bei einer Verletzung gereicht wird. Kurzum: „Pausenchecker“ sein erfordert ein enormes Maß an Sozialkompetenz und Einfühlungsvermögen.

 

Dieser Beitrag wurde unter Förderkonzepte, Lernumgebungen, Schulentwicklung, Schulkonzept veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.