Flexible Lernumgebungen

Lernräume umgestalten und erweitern

Für uns Erwachsene ist es selbstverständlich, dass wir uns für unsere Tätigkeit nach Möglichkeit einen passenden Platz zum Arbeiten heraussuchen. Im traditionellen Schulhaus mit seinen an langen Gängen aufgereihten Klassenzimmern geben wir unseren Schülerinnen und Schülern diese Wahlmöglichkeit nicht. Wir erwarten, dass der Schüler an dem von uns eingerichteten festen Arbeitsplatz den gesamten Vormittag über alle seine anfallenden Arbeiten bei hoher Konzentration erledigt.

All das steht im krassen Gegensatz zu der Erkenntnis, dass unterschiedliche Lerntypen auch unterschiedliche Lerna
tmosphären benötigen.

Unsere Erfahrungen in den vergangenen Jahren haben uns gezeigt, dass selbstständiges, eigenaktives und motiviertes Lernen am besten dann gelingt, wenn jedes Kind die zu ihm passende Lernumgebung vorfindet bzw. diese für sich auswählen kann.

Vor nunmehr 15 Jahren begannen wir, alle Klassenzimmer von der 1. bis zur 9. Klasse in sogenannte flexible Lernumgebungen* umzugestalten. Dreieckige Einzeltische mit Rädchen können schon vom Erstklässler frei bewegt werden. Sie lassen sich als Einzel-, Zweier-, Vierer-, Sechser- oder Achtertisch kombinieren. Die zentrale Tafel wurde abgeschafft und durch verschiebbare Tafelelemente ersetzt. Jede Schüler- bzw. Tischgruppe hat eine eigene
Tafel – zum Arbeiten und auch zum Präsentieren. Die Lehrkraft hat ihren Tisch seitlich im Raum. Schon diese Raumgestaltung, in der es kein vorne und hinten, keine erste und letzte Reihe mehr gibt, wo der Lehrer einen seitlichen Moderationsplatz hat, verändert die Struktur von Unterricht. Dass bei uns alle Klassen von 1-9 gleich hohe Tische haben, ist uns wichtig. Inklusion beginnt schon damit, dass große und kleine Schüler miteinander in einer Gruppe sitzen können. Unterschiedliche Körpergrößen gleichen wir durch unterschiedliche Fußrasten aus. Schüler der 1. Klasse agieren somit – wie von daheim gewohnt – auf Augenhöhe mit den Erwachsenen. In der Schule ist es die Lehrkraft.

Um eine individuelle Lernatmosphäre schaffen zu können, um den Schülerinnen und Schülern Raum zu geben, haben wir unsere Lernräume erweitert. Die bisherigen Gänge wurden zu Lernräumen umgebaut. Ein neues Brandschutzkonzept machte das in dem 40 Jahre alten Schulgebäude möglich. Das gesamte Schulhaus ist Lernraum und Ort zum Arbeiten. Zu den Freien Lernzeiten (FLZ) können sich die Schülerinnen und Schüler den Ort zum Lernen im gesamten Haus selbst auswählen. Dass bei uns alle Klassenzimmertüren immer offen sind, unterstreicht die Ausdehnung des Lernraumes über das Klassenzimmer hinaus.

Die freie Wahl des Lernortes im Schulhaus führt automatisch dazu, dass sich dort Schülerinnen und Schüler der unterschiedlichsten Jahrgänge und auch Kinder mit und ohne Handicap begegnen. Man arbeitet mit- und nebeneinander, lernt Rücksicht zu nehmen, hilft weiter, unterstützt, korrigiert, ermahnt zur Ruhe, lobt.

Bei euch herrscht ein besonderes Klima, das merkt man schon, wenn man ins Schulhaus kommt! Dies ist eine Feststellung, die wir immer wieder von unseren zahlreichen Besuchern hören.

O. Misoph

*Kooperationspartner bei der Ausstattung unseres Schulhauses ist die Firma LernLandSchaft

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch die Schüler können sich bei Bedarf kurz aus ihrer Gruppe zurück ziehen und sind nicht auf das Einverständnis eines Partners angewiesen.

Unsere flexiblen Lernumgebungen, die wir derzeit in enger Zusammenarbeit mit der Firma LernLandschaft systematisch weiter öffnen und ausweiten, sind ein wesentlicher Bestandteil unserer unterrichtlichen Konzeptionen. logo_Lernlandschaft

 

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