Der Tag der Preisverleihung – Jakob-Muth-Preis 2016

Am 22. Juni war es endlich soweit  – wir durften den Preis in Pulheim bei Köln mit großer Freude stellvertretend für die gesamte Schulfamilie in Thalmässing und Eysölden entgegennehmen.

Hier die ersten Pressefotos und die Urkunde.

Hier kann man sich den Preisträgerfilm anschauen:

https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2016/juni/verleihung-des-jakob-muth-preises-2016/

E. Moder

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Als erste Schule in Bayern gewinnt unsere Grund- und Mittelschule den Jakob Muth-Preis für inklusive Schulen

Logo Jakob MuthDer Jakob Muth-Preis für inklusive Schule zeichnet seit 2009 Schulen aus, die inklusive Bildung beispielhaft umsetzen und so allen Kindern die Möglichkeit eröffnen, an hochwertiger Bildung teilzuhaben und ihre individuellen Potenziale zu entwickeln.

Projektträger sind die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Verena Bentele, die Deutsche UNESCO-Kommission e.V. und die Bertelsmann Stiftung.

Seit vielen Jahren bewerben wir uns schon um diese Auszeichnung. Jahr für Jahr haben wir unser Konzept des Inklusiven Lehrens und Lernens ausgebaut.

Nachdem wir im vergangenen Jahr den Bundessieg knapp verpasst hatten, hat es heuer geklappt.

Dass wir die erste Schule in Bayern sind, die diesen Inklusionspreis erhalten hat, das macht uns natürlich besonders stolz.

Diese Auszeichnung verstehen wir als Anerkennung unserer Arbeit im Bereich Inklusion in den vergangenen 12 Jahren.

Von unserem Konzept hat sich vor wenigen Wochen auch die Bertelsmann Stiftung vor Ort überzeugt. Und kürzlich hat uns ein Filmteam besucht, das die alltägliche Unterrichtsarbeit gefilmt hat. Dieser Film wird nach der Preisverleihung auf der Homepage der Bertelsmann Stiftung zu sehen sein.

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Dass diese Auszeichnung etwas ganz Besonderes ist zeigt sich auch daran, dass die Süddeutsche Zeitung sehr ausführlich über unsere Schule berichtet hat und auch das Bayerische Fernsehen einen kurzen Clip in den Nachrichten gesendet hat.

Nun fahren wir, acht Schülerinnen und Schüler und sechs Erwachsene, aber erst einmal zur Preisverleihung nach Pulheim bei Köln. Am 22. Juni werden wir dort den Preis und das Preisgeld in Höhe von 3000 € in Empfang nehmen.

O. Misoph

Hier die vorab Laudatio der Jury:

Grund- und Mittelschule Thalmässing

Jakob Muth-Preisträger 2016

In der Grund- und Mittelschule Thalmässing sind alle Kinder „Inklusionskinder“. Das Motto „Stärken stärken durch eigenverantwortliches Arbeiten“ durchzieht alle Jahrgangsstufen und spiegelt sich im Handeln aller beteiligten Akteure wider. Derzeit lernen an der Schule 310 Schüler der ersten bis neunten Klasse gemeinsam, darunter 32 Kinder mit unterschiedlichen Förderschwerpunkten. Alle Kinder werden dabei in ihrer Einzigartigkeit mit ihren jeweiligen Stärken und Schwächen als gleichwertig anerkannt. Die Kinder lernen von klein auf, dass Vielfalt etwas Wertvolles ist. 75 Prozent der Kinder erhalten nach der vierten Klasse eine Realschul- oder Gymnasialempfehlung und verlassen die Schule mit einem gestärkten Selbstbewusstsein.

Kooperation und Teamfähigkeit bilden das Fundament der Grund- und Mittelschule Thalmässing. Teamgespräche und Jahrgangsstufenkonferenzen sind fest im Stundenplan verankert. Auch eine Sonderpädagogin und die Schulbegleiter sind in die regelmäßig stattfindenden Teamgespräche mit eingebunden. Da in der Schule eine Kultur der „offenen Türen“ gelebt wird, können Absprachen jederzeit und ganz unkompliziert erfolgen. Alle am Schulleben Beteiligten, vom Lehrer, über die Sozialpädagogin bis hin zum Hausmeister und der Sekretärin leben diese Kultur.

Von diesem Ansatz profitieren besonders die Schüler: In der täglichen freien Lernzeit dürfen sie sich im Schulgebäude frei bewegen und sämtliche Räume der Schule nutzen. Dabei lernen sie gemeinsam auf den Fluren, in den Sitzfenstern der Klassenräume, in der Aula oder in den Computerräumen an individuellen Wochenplänen in ihrem eigenen Tempo. In dieser Zeit werden die Grundschüler von Schülern aus der siebten Klasse unterstützt. Von diesem fest eingerichteten Projekt mit der Bezeichnung „Wir üben gemeinsam!“ profitieren allerdings nicht nur die Jüngeren; auch die älteren Schüler erhalten eine große Wertschätzung für ihre Teamarbeit und bekommen so ein gestärktes Selbstbewusstsein. Dabei übernehmen sie selbstständig Verantwortung und stärken ihre Sozialkompetenzen. Zudem wird das Arbeits- und Sozialverhalten von Schulpaten reflektiert und zurückgemeldet. Diese Kultur überträgt die Grund- und Mittelschule auch auf die Elternarbeit. Denn auch die Eltern unterstützen die Grundschüler in ihrer freien Lernzeit als Helfer im Unterricht und können auf diese Weise direkt am Schulleben teilnehmen.

Um die Teilhabe aller Schüler am Unterricht sicherzustellen, werden stets kreative Lösungen gesucht. So bietet beispielsweise die Sonderpädagogin für die Schüler der fünften Klasse einen Gebärdensprachkurs mit Lautgebärden an, um auf diese Weise eine Verständigung mit einem Schüler mit Down-Syndrom zu ermöglichen. Es gibt für die Schüler aber auch noch weitere frei wählbare „Neigungsgruppen“, um ihren Vorlieben und Interessen gerecht zu werden.

Außergewöhnlich ist auch die Raumaufteilung und -struktur der Schule: Alle Klassenräume sind als flexible Klassenzimmer gestaltet. So wird die zentrale Tafel durch ein SMART-Board an der Rückseite jedes Klassenraums und durch frei verschiebbare Tafelelemente ersetzt, die auch von Rollstuhlfahrern problemlos genutzt werden können. Die Schule zeichnet sich insbesondere durch die Einbindung digitaler Medien in den Unterricht aus. Die SMART-Boards sind in allen Klassenstufen fester Bestandteil der täglichen Arbeit. Diese werden nicht nur von den Schülern während der Freiarbeit genutzt, sondern dienen auch dazu, den individuellen Lernstand der einzelnen Schüler zu ermitteln. Beispielsweise wird die sogenannte „Response-Abfrage“ zur Gruppenbildung genutzt. Dabei präsentiert die Lehrkraft über das SMART-Board 20 Aufgaben zu verschiedenen Themenbereichen. Die Schüler geben die Lösung der Fragen in ihren „Klicker“ ein. Am Ende der 15-minütigen Überprüfung wertet die Lehrkraft die Ergebnisse aus und präsentiert sie den Schülern. In Kleingruppen arbeiten die Schüler anschließend an solchen Themenschwerpunkten weiter, in denen sie noch Schwierigkeiten haben. So hat jeder Schüler Bereiche, in denen er noch an den Defiziten arbeiten kann und das akzeptieren alle gleichermaßen.

Bemerkenswert ist auch die Möglichkeit der flexiblen Leistungserbringung ohne Zeitdruck. Jeder Schüler erhält die Möglichkeit, seine Leistung innerhalb eines Zeitfensters von einer Woche zu erbringen. Dafür stehen ihm verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Diese reichen von klassischen Klassenarbeiten, über digitale Präsentationen bis hin zur „Response-Abfrage“.

Darüber hinaus werden die Zwischenzeugnisse durch zwei Zwischenberichte ersetzt, sodass die Schüler durch ein ausführliches individuelles Feedback die Möglichkeit erhalten, sich bis zum Schuljahresende noch weiter zu verbessern.

Die enge Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern ermöglicht der Schule eine stetige Weiterentwicklung ihrer Konzepte. Annähernd die Hälfte der Lehrkräfte ist als Praktikumslehrer an der Uni Eichstätt oder an der Uni Nürnberg/ Erlangen angestellt. Regelmäßig hospitieren Seminare mit Lehramtsstudenten der Uni Eichstätt im Unterricht, um Einblicke in das inklusive Arbeiten zu erhalten. Darüber hinaus stellt die Schule durch zahlreiche Podiumsdiskussionen und Publikationen in Fachartikeln oder Zeitungen sowie in Rundfunkbeiträgen ihre Arbeit der Öffentlichkeit vor. Daneben kooperiert die Schule mit zahlreichen Betrieben im näheren Umfeld. Ziel dieser Kooperation ist es, den Schülern nach Beendigung ihrer Schulzeit den Übergang in eine offene, inklusive Arbeitswelt zu ermöglichen. Dafür kämpft die Schule jeden Tag mit großem Engagement.

Hier der Link zum Kultusministerium:

https://www.km.bayern.de/schueler/meldung/4386/grund-und-mittelschule-thalmaessing-erhaelt-den-jakob-muth-preis.html

Hier der Link zur Jakob-Muth-Homepage:

http://www.jakobmuthpreis.de/preistraeger/preistraeger-2016/grund-und-mittelschule-thalmaessing/

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Freie Lernzeit

Eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen in der freien Lernzeit/Ressourcenschonende und nachhaltige Dokumentation der freien Lernzeit in digitaler Form

  • Jeder Schüler erhält über eine seinem Leistungsstand individuell anpassbare SMART Notebook Datei einen gemischten Aufgabenpool den es in einem bestimmten zeitlichen Rahmen – zumeist 2-3 Wochen zu bewältigen gilt.
  • Beispiel aus der Klasse 2a in der 29. Woche im Schuljahr 2015/16 Vorlage
  • Beispiel aus der Klasse 2a in der 29. Woche im Schuljahr 2015/16 von einem Schüler bearbeitet
  • Den Rahmen der Themen steckt natürlich der Lehrplan ab.
  • Diesen Plan legt der Lehrer als Grundlage im Klassenordner der jeweiligen Klasse ab. Dabei erweist sich unsere IT Struktur von Skool Control als höchst effizient und dennoch einfach bedienbar.
  • Jeder Schüler kopiert sich dann eine Instanz dieses Planes in sein eigenes Konto und kann dann damit individuell arbeiten.
  • Der Lehrer kann den jeweiligen Arbeitsstand jederzeit im Schülerverzeichnis kontrollieren und darauf reagieren (durch Skool Control auch von zu Hause)
  • Die Ergebnisse werden in einer leicht verständlichen, übersichtlichen und jederzeit verfügbaren Excel Tabelle individuell dokumentiert und können am SMART Board jederzeit visualisiert werden.
  • Durch die große Menge an verfügbaren Rechnern ( fast 100 ) in unserem Haus kann jeder Schüler rasch und problemlos, papierlos und stets auf dem neuesten Stand seine Arbeitsergebnisse abrufen.
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1629-Klasse2a

Diese Galerie enthält 8 Fotos.

Beispiel einer SMART Notebook Aufgaben Datei zur freien Lernzeit in der Klasse 2a im Schuljahr 2015/16

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1629 bearbeitet

Diese Galerie enthält 8 Fotos.

Die freie Lernzeit 1629 nach etwa 2-3 Wochen von einem Schüler bearbeitet:

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Klassen 5 und 6 im Osterfieber

Ostern einmal von verschiedenen Seiten kennenlernen. Das war das Ziel der Klassen 5 undIMG_2054 6, als sie sich vor den Osterferien klassenübergreifend in den Fächern Deutsch, Mathematik und Kunst mit dem Thema beschäftigten. Jeder durfte wählen, in welchem Fach er sich einbringen wollte. Weiterlesen

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